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Einrichtung lokaler Webserver

Bevor Sie Ihre Webs im Internet veröffentlichen, sollten Sie sie auf einem lokalen Webserver testen. Dies gilt ganz besonders dann, wenn Sie Ihre Webseiten mit dynamischen Inhalten versehen, die auf serverseitigen Technologien beruhen - beispielsweise Formulare, die von CGI-Programmen auf dem Server ausgewertet werden sollen. Solche Webinhalte können überhaupt nur mit Hilfe eines Webservers ausgetestet werden.

Im Folgenden finden Sie Hilfe und Tipps zur Installation, Einrichtung und Verwendung dreier weit verbreiteter Webserver, die (zumindest für Privatanwender) kostenfrei bezogen werden können:

Die genaue Vorgehensweise zur Installation und Konfiguration der oben genannten Webserver hängt sowohl von der von Ihnen verwendeten Betriebssystem-Version als auch der Version der Server-Software ab. Wegen der Vielfalt der möglichen Kombinationen müssen wir uns daher auf mehr oder weniger allgemeine Hinweise beschränken und bitten um Nachsicht, wenn einzelne Angaben nicht mit Ihrer Installation übereinstimmen. Dies gilt insbesondere für Pfadangaben, die nicht nur je nach Betriebssystem- und Webserver-Version variieren, sondern teils auch bei der Installation verändert werden können.

A.1 Der Apache-Server

Der Apache-Server ist ein absolut vollwertiger Webserver, der sowohl für den privaten als auch den kommerziellen Gebrauch geeignet ist. Er ist kostenlos erhältlich, vielfältig konfigurierbar, unterstützt CGI, SSI und PHP und kann durch Zufügung selbst programmierter Module wie durch direkte Überarbeitung seines Quellcodes beliebig ausgebaut werden.

Bezugsquellen

Der Apache-Server gehört mittlerweile zur Standardausstattung der verschiedenen Linux- Distributionen. Wenn Sie also beispielsweise mit RedHat- oder SuSE-Linux arbeiten, stehen die Chancen gut, dass der Server bereits auf Ihrem Rechner installiert ist und ausgeführt wird. Falls nicht, schauen Sie zuerst einmal nach, ob Sie den Apache-Server nachinstallieren können. Für RedHat installieren Sie das betreffende RPM-Package nach, für SuSE können Sie das Apache-Modul im Zuge einer Aktualisierung des Betriebssystems installieren lassen.

RedHat bietet auf seiner Website, www.redhat.com, stets die neueste RPM-Version des Apache-Servers zum Herunterladen an.

Ansonsten können Sie den Apache-Server von der Originalwebsite http://www.apache.org herunterladen.

Abbildung A.1:  Die Originalwebsite des Apache-Servers

Über die Links Apache Server und Download gelangen Sie auf eine Webseite mit Links zum Herunterladen der Server-Software. Neben weiterführenden Links, die Sie zu den Download-Dateien für die Windows-Version (die zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Buch noch in einem »Experimentierstatus« war) oder den Binärversionen des Apache-Servers führen, finden Sie auf dieser Webseite mehrere Links zum Herunterladen der Quelltextsammlungen zu den neuesten Apache-Versionen. Suchen Sie sich die neueste Version aus (Achtung! Manchmal werden auch Alpha- oder Beta-Versionen zum Herunterladen angeboten) und entscheiden Sie sich für eine ZIP-Datei, die Sie entpacken können.

Installation

Wenn Sie mit Linux arbeiten, prüfen Sie zuerst einmal, ob der Apache-Server nicht vielleicht schon installiert ist. Die Programmdatei des Apache-Servers heißt httpd und kann mit verschiedenen Optionen von der Kommandozeile aus aufgerufen werden. Um zu testen, ob der Apache-Server installiert ist, verwenden wir die Option -v:

> httpd -v

Im Erfolgsfall wird Ihnen daraufhin die Versionsnummer des Servers angezeigt:

Server version: Apache/1.3.12 (unix)  (SuSE/Linux)
Server built: Jul 30 2000 22:47:29

Wenn Sie stattdessen eine Fehlermeldung erhalten, dass der Befehl nicht gefunden werden konnte, muss Sie das nicht gleich entmutigen - eventuell steht httpd nur nicht in Ihrem Pfad. Versuchen Sie es dann mit folgenden Aufrufen:

> /usr/sbin/httpd -v            // bevorzugtes Installationsverzeichnis
// für RedHat und SuSE
> /usr/locale/apache/httpd -v // für Original von www.apache.prg

(Im Zweifelsfall halten Sie mit dem Shell-Befehl find / -name httpd -print nach der httpd-Datei Ausschau.)

Installation unter SuSE

Der Apache-Server gehört zum Standardumfang von SuSE. Sollte er nicht installiert sein, können Sie dies mit Hilfe von YaST2 nachholen. Rufen Sie Yast2 von einer Konsole aus auf, wählen Sie die Option Pakete installieren/löschen und klicken Sie - nachdem Sie die SuSE-CD-1 eingelegt haben - auf den Schalter Modul starten. Wählen Sie im erscheinenden Dialogfenster als Serie zall (Liste aller Pakete) aus und suchen Sie im linken Fenster nach dem apache-Paket. Sollte vor dem Paket kein i (für installiert) stehen, markieren Sie das Paket und klicken Sie auf den Schalter Übernehmen.

Installation unter RedHat

Laden Sie gegebenenfalls das neueste RPM-Paket für den Apache-Server von der RedHat- Website, www.redhat.com, herunter.

Installieren Sie das Paket mit Hilfe des Kommandozeilen-Tools rpm von der Konsole aus:

rpm -Uvh aktuelle_apache_version.rpm

Installation der Original-Quelltextversion

Wenn Sie sich Ihre Apache-Version von der originalen Apache-Website (http:// www.apache.org) heruntergeladen haben, folgen Sie den Installationshinweisen unter Apache Server/Apache HTTP Server Documentation/Compiling and Installing (= http://httpd.apache.org/docs/install.html).

Nehmen wir an, Sie hätten die Datei apache_1.3.14.tar.gz heruntergeladen (beispielsweise nach /tmp). Der erste Schritt wäre dann, die Datei mit Hilfe des tar-Programms von der Konsole aus zu entpacken:

tar zxfv apache_1.3.14.tar.gz

Dabei wird ein Verzeichnis apache_1.3.14 angelegt, in das Sie jetzt wechseln:

cd apache_1.3.14

Wenn Sie wollen, können Sie jetzt selbst bestimmen, welche Apache-Module installiert werden sollen. Sie brauchen dazu nur die Datei Configuration im src-Verzeichnis zu bearbeiten und nicht gewünschte Module auskommentieren und für hinzukommende Module (beispielsweise selbst erstellte) neue Zeilen einfügen. Meist wird man aber darauf verzichten und direkt das configure-Skript ausführen:

./configure

Wenn Sie nicht wollen, dass der Apache-Server in sein Standardverzeichnis installiert wird (für die Quelltextversion üblicherweise /usr/local/apache), so geben Sie das gewünschte Zielverzeichnis als Option zum configure-Aufruf an:

./configure --prefix=/ihr/verzeichnis

Schließlich rufen Sie make und make install auf.

make
make install

Server starten und konfigurieren

Server starten

Wenn der Server nicht bereits automatisch beim Booten des Betriebssystems gestartet wird, können Sie ihn jederzeit manuell starten, indem Sie die httpd ohne Option aufrufen:

> httpd 

oder je nach Installation mit Pfadangabe:

> /usr/sbin/httpd        
> /usr/locale/apache/httpd

Zur Behandlung von Fehlermeldungen siehe die entsprechenden Hinweise unter www.apache.org/Apache Server/Apache HTTP Server Documentation/ Compiling and Installing (= http://httpd.apache.org/docs/install.html).

Konfiguration

Wenn Sie Fragen zur Konfiguration oder zum Betrieb des Apache Webservers haben, schauen Sie in der Online-Dokumentation zum Server nach. Loggen Sie sich unter www.apache.org ein und folgen Sie den Links Apache Server/Apache HTTP Server Documentation.

Abbildung A.2: Online-Dokumentation zum Apache-Server

Die wichtigste Konfigurationsdatei des Apache-Servers ist die Datei httpd.conf, die Sie im Konfigurationsverzeichnis des Servers finden (üblicherweise /usr/local/apache/conf, /etc/ httpd oder /etc/httpd/conf). Ältere Versionen des Servers verwenden zusätzlich noch die Dateien access.conf und srm.conf.

Die Log-Dateien des Webservers finden Sie üblicherweise im Unterverzeichnis logs Ihrer Apache-Installation (standardmäßig /usr/local/apache/logs) oder unter /var/log/httpd.

Dokumentenverzeichnis

Das Dokumentenverzeichnis ist das übergeordnete Verzeichnis unter dem alle auf dem Webserver veröffentlichten Webseiten und Webs abgespeichert werden müssen. Das vom Ihrem Webserver verwendete Dokumentenverzeichnis ist in der httpd.conf-Datei unter dem Eintrag DocumentRoot festgehalten. Gibt es keinen entsprechenden Eintrag, verwendet der Server höchstwahrscheinlich /home/httpd/html, /usr/local/httpd/htdocs oder /usr/local/ apache/htdocs als Dokumentenverzeichnis.

Server Side Includes

Das Apache-Server ist standardmäßig meist so konfiguriert, dass er keine Server Side Includes unterstützt.

Um die Auswertung von Server Side Includes zu aktivieren, gehen Sie wie folgt vor.

  1. Um festzulegen, welche Dateien nach Server Side Includes durchsucht werden sollen, müssen Sie die Datei httpd.conf (srm.conf für ältere Versionen des Webservers) öffnen und um folgenden Eintrag erweitern:
    AddType text/x-server-parsed-html .shtml
  1. Jetzt müssen Sie noch die Server Side Includes aktivieren.

CGI und Perl

Für Ihren Apache-Server wurde bereits ein Verzeichnis cgi-bin eingerichtet (je nach Version unter /home/httpd/cgi-bin oder /usr/local/apache/cgi-bin). Meist ist der Apache- Server so eingerichtet, dass Sie Ihre CGI-Skripte nur noch in dieses Verzeichnis kopieren müssen.

Unter Umständen müssen Sie aber noch ein Skript-Alias einrichten, das Zugriffe auf http:/ /servername/cgi-bin zu dem cgi-bin-Verzeichnis umleitet (das ja kein Unterverzeichnis des Dokumentenverzeichnisses ist). Loggen Sie sich dann als Root ein, laden Sie die Konfigurationsdatei httpd.conf und erweitern Sie diese um folgenden Eintrag:

ScriptAlias /cgi-bin/ /home/httpd/cgi-bin/1
<Directory /home/httpd/cgi-bin>
AllowOverride None
Options None
</Directory>

Starten Sie den Server danach neu (je nach Version /etc/rc.d/init.d/httpd restart oder /usr/ local/apache/bin/apachectl restart).

Wenn Sie CGI-Skripte oder -Programme in das cgi-bin-Verzeichnis stellen, achten Sie darauf, dass die Zugriffsrechte so gesetzt sind, dass der Webserver die Programme ausführen kann. Ändern Sie die Zugriffsrechte gegebenenfalls mit Hilfe von

> chmod 755 progname.pl

PHP

Unter http://www.php.net finden Sie den Quellcode von PHP. Klicken Sie auf Downloads, und laden Sie die Quellen herunter. Der Dateiname richtet sich nach der jeweils aktuellen Version; zum Zeitpunkt der Drucklegung (Februar 2001) war das die Version 4.0.4pl1, der entsprechende Dateiname ist php-4.0.4pl1.tar.gz.

Abbildung A.3:  Die PHP-Homepage (www.php.net)

Sie entpacken die Datei mit dem tar-Befehl; wenn die von Ihnen heruntergeladene Datei einen anderen Namen als den vorher angegebenen hat, müssen Sie den Aufruf entsprechend ändern:

tar zxfv php-4.0.4pl1.tar.gz

Dabei wird das Verzeichnis php-4.0.4pl1 angelegt, in das Sie wie folgt wechseln:

cd php-4.0.4pl1

Sie können nun wählen, welche der PHP-Optionen Sie mitkompilieren möchten. Im Online-Manual finden Sie unter www.php.net/manual/en/install.configure.php eine komplette Auflistung der zur Verfügung stehenden Optionen. Im Allgemeinen ist aber folgende Anweisung eine gute Wahl:

./configure --with-mysql --with-apache=../apache_1.3.14 --enable-track-vars

Dieser Aufruf setzt voraus, dass Sie Apache 1.3.14 verwenden und diesen im Verzeichnis ../apache_1.3.14 relativ zum PHP-Verzeichnis installiert haben! Sie installieren dann automatisch den MySQL-Support und konfigurieren PHP als Apache-Modul.

Als Nächstes rufen Sie wie gewohnt make und make install auf.

make
make install

Nun müssen Sie nur noch den Apache-Webserver auf die Unterstützung von PHP konfigurieren:

cd ../apache_1.3.14
./configure -activate-module=src/modules/php4/libphp4.a
make
make install

Nun geht es darum, die zentrale Initialisierungsdatei, die php.ini, einzurichten und an die richtige Stelle zu kopieren. Im PHP-Verzeichnis finden Sie eine vorgefertigte Variante:

cd ../php-4.0.4pl1
cp php.ini-dist /usr/local/lib/php.ini

Sie können nun die Datei in einem beliebigen Editor anpassen. Eventuell sollten Sie den Wert bei extension_dir auf Ihre lokalen Gegebenheiten hin anpassen, ansonsten sind die dort anzutreffenden Einstellungen für die meisten Anwendungen völlig in Ordnung.

Als letzten Schritt müssen Sie nun noch die Datei httpd.conf bzw. srm.conf anpassen und folgende Zeile einfügen:

AddType application/x-httpd-php .php

Sie können natürlich auch eine andere Endung wählen, oder mehrere Endungen (Achtung, nur eine Endung pro Anweisung), beispielsweise .php4.

Stoppen und starten Sie nun Ihren Apache Server, und die PHP-Unterstützung ist fertig eingerichtet!

Windows-Anwender des Apache haben es etwas leichter, insbesondere weil sie sich das Kompilieren und Konfigurieren weitestgehend sparen. Der Server liegt als ausführbare Datei zum Download vor, PHP gibt es als ZIP-Archiv. Zur Installation und Konfiguration von PHP selbst sei auf Abschnitt 2.2.5 verwiesen, denn unter PWS/IIS geht das ganz analog. Einziger Unterschied: Sie müssen für die Apache-Konfiguration nichts in der Registry ändern, sondern nur die folgenden drei Zeilen der httpd.conf bzw. srm.conf hinzufügen:

ScriptAlias /php4/ "c:/path-to-php-dir/" 
AddType application/x-httpd-php .php
Action application/x-httpd-php "/php4/php.exe"

Nach einem Serverneustart ist die PHP-Unterstützung funktionsbereit.

Aktuelle Informationen und Tipps zur Installation und Konfiguration finden Sie im Online-Manual unter www.php.net/manual/en/installation.php.

ASP

Auch unter Apache ist ASP möglich! Allerdings nicht mehr kostenfrei, weswegen wir die Installation hier nicht gesondert aufführen. Wenn Sie zu diesem Thema nähere Informationen wünschen, empfehlen wir die Website www.chilisoft.com. Dort finden Sie ein Produkt namens ChiliASP, welches ASP-Seiten auch unter Apache ermöglicht!

A.2 Der PWS- und der IIS-Server

Microsoft liefert seine Betriebssysteme je nach Betriebssystemversion mit dem IIS-Server oder mit dessen kleinerem Bruder dem PWS (Personal Web Server) aus. Beide Server können so konfiguriert werden, dass Sie CGI mit Perl-Skripten, ASP und PHP unterstützen.

Bezugsquellen und Installation

Die Standard-Webserver für die Windows-Plattformen, der Personal Webserver (PWS) und der Internet Information Server (IIS) werden zumeist direkt mit dem Betriebssystem ausgeliefert. Welchen Server man nutzen kann und wie dieser zu installieren ist, hängt dabei von der Betriebssystem-Version ab: Windows 95 oder Windows 98, Windows NT 4.0 oder Windows 2000, Workstation- oder Server-Version.

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen eine Tabelle, der Sie entnehmen können, welche Server-Software von wo wie für welches Betriebssystem zu installieren ist.

Betriebssystem

Webserver

Windows 95

Verwenden Sie den Personal Webserver.

Windows 95 wurde ausnahmslos ohne PWS ausgeliefert. Wenn Sie den Personal Webserver nachinstallieren wollen, müssen Sie ihn von der Microsoft-Website herunterladen. Er ist Teil des Windows NT 4.0 Option Pack für Windows 95 (zuletzt gefunden unter http://www.microsoft.com/ntserver/nts/downloads/Recommended/NT4OptPk oder http://www. microsoft.com/msdownload/ntoptionpack/askwiz.asp).

Windows 98

Verwenden Sie den Personal Webserver.

Die Server-Software wird mit dem Betriebssystem zusammen ausgeliefert und kann über Start/Einstellungen/Sytemsteuerung/Software/Windows Setup installiert werden. Sie benötigen dazu die Betriebssystem-CD-ROM.

Windows Me

Die Millenium Edition scheint auf den ersten Blick eine Variante von Windows 98 zu sein, aber der Personal Web Server existiert laut Microsoft für dieses Betriebssystem nicht. Sie müssen also auf einen anderen Server umsteigen.

Windows NT 4.0 Workstation

Verwenden Sie den Personal Webserver.

Der Personal Webserver für NT Workstation ist im Windows NT Option Pack enthalten (das man von der Microsoft-Website herunterladen kann, zuletzt gefunden unter http://www.microsoft.com/ntserver/nts/downloads/Recommended/NT4OptPk oder http://www.microsoft.com/msdownload/ntoptionpack/askwiz.asp).

Windows NT 4.0 Server

Verwenden Sie den Internet Information Webserver.

Der IIS ist Bestandteil des NT Option Packs. (beispielsweise im NT 4.0 Option Pack, zuletzt gefunden unter http://www.microsoft.com/ntserver/nts/downloads/Recommended/NT4OptPk oder http://www.microsoft.com/msdownload/ntoptionpack/askwiz.asp).

Windows 2000 Professional

Verwenden Sie den Internet Information Server.

Dieser befindet sich auf der Betriebssystem-CD-ROM und kann über die Systemsteuerung installiert werden.

Windows 2000 Server

Verwenden Sie den Internet Information Server.

Dieser ist bereits in das Betriebssystem integriert.

Tabelle A.1: Windows-Betriebssysteme und lokale Webserver

Der Betrieb eines lokalen Webservers erfordert, dass das TCP/IP-Protokoll installiert ist. Für Anwender von Windows 95/98 oder Windows NT 4.0 Workstation bedeutet dies, dass Sie den Rechner gegebenenfalls eigenhändig als Client-Rechner konfigurieren müssen. Rufen Sie dazu Start/Einstellungen/Systemsteuerung/Netzwerk auf und fügen Sie - falls nicht schon geschehen - über den Schalter Hinzufügen die Netzwerkkomponenten Client für Microsoft-Netzwerke und TCP/IP-Protokoll hinzu.

Server starten und konfigurieren

Server starten

Der PWS und der IIS werden üblicherweise automatisch gestartet und erscheinen beim Programmstart als Symbol in der Taskleiste. Über das Kontextmenü des Symbols kann der Webserver angehalten und weiter ausgeführt werden kann.

Konfiguration und Betrieb

Der Personal Web Server für Windows 95/98 kann zum Teil über den Personal Web- Manager konfiguriert werden, zum Teil muss man direkt die Systemregistrierdatenbank bearbeiten (siehe nachfolgende Abschnitte zur Konfiguration für CGI mit Perl, ASP oder PHP).

Unter Windows NT/2000 erfolgt die Konfiguration über den Internetdienst-Manager, der für NT Workstation zusammen mit den NT 4.0 Option Pack installiert wird und danach über Start/Programme/Windows NT Option Pack/ Microsoft Personal Web Server/Internetdienst-Manager aufgerufen werden kann. Bei Windows 2000 Server ist der Internetdienst-Manager wie auch der IIS-Server in das Betriebssystem integriert und kann über Start/Programme/Verwaltung/Internetdienste-Manager aufgerufen werden. Darüber hinaus kann der Webserver auch unter Windows NT/2000 über die Systemregistrierung konfiguriert werden.

Unter Windows NT/2000 steht Ihnen eine Online-Hilfe mit Informationen zur Konfiguration und zum Betrieb des PWS/IIS zur Verfügung. Rufen Sie den Internet Explorer auf und steuern Sie die URL http://localhost/iishelp an.

Abbildung A.4:  Online-Hilfe zu PWS/IIS unter Win NT/2000

Dokumentenverzeichnis

Das Dokumentenverzeichnis ist das übergeordnete Verzeichnis unter dem alle auf dem Webserver veröffentlichten Webseiten und Webs abgespeichert werden müssen. Das Dokumentenverzeichnis des Personal Web Servers (wie auch des IIS- Webservers) lautet standardmäßig C:\inetpub\wwwroot. Sie können entweder auf Ihrer Festplatte nachsehen, ob ein entsprechendes Verzeichnis angelegt wurde oder das Verwaltungsprogramm zu Ihrem Webserver aufrufen. Im Falle des Personal Web-Managers brauchen Sie dazu nur auf das Symbol des Webservers in der Taskleiste doppelzuklicken. Wenn Sie mit dem IIS- Webserver arbeiten, müssen Sie das Administrationstool für die Internet- Informationsdienste aufrufen (für Windows 2000 Server erfolgt der Aufruf über Start/ Programme/Verwaltung/Computerverwaltung, Unterknoten Dienste und Anwendungen/Internet-Informationsdienste, Befehl Eigenschaften im Kontextmenü zu Standardwebsite, Registerkarte Basisverzeichnis).

Server Side Includes

Der Personal Webserver ist standardmäßig so eingerichtet, dass er Server Side Includes in Webseiten mit den Extensionen .shtml, .shtm und .stm unterstützt.

Unter Windows NT/2000 kann man über den Internetdienst-Manager (siehe oben) eigene Extensionen festlegen. (Unter Windows 98 geht dies unseres Wissens nur durch direkte Manipulation der Systemregistrierung.)

Klicken Sie im Internetdienst-Manager mit der rechten Maustaste auf den Eintrag für die Website und wählen Sie den Befehl Eigenschaften aus. Wechseln Sie in dem erscheinenden Dialogfenster zur Registerkarte Basisverzeichnis (oder virtuelles Verzeichnis oder Verzeichnis) und klicken Sie auf die Schaltfläche Konfiguration. In dem daraufhin erscheinenden Dialog ist aufgelistet, welche Dateiextensionen mit welchen Programmen/Plug-Ins zur Bearbeitung durch den Webserver verbunden sind. Scrollen Sie das Fenster, bis Sie die Einträge für die Server Side Includes sehen, und legen Sie nach deren Beispiel neue Einträge fest oder löschen Sie bestehende Einträge.

Damit der Webserver die Dateien mit den Server Side Includes wie gewünscht auswertet, müssen Sie gegebenenfalls noch sicherstellen, dass für die Verzeichnisse, in denen die HTML-Dokumente mit den SSIs liegen, Skript- und Ausführungsberechtigung gesetzt sind.

CGI und Perl

Wie Sie den Personal Web Server oder den IIS einrichten, hängt von der Server-Version und dem verwendeten Betriebssystem ab. Ausführlichere Informationen hierzu finden Sie in der Dokumentation zu Ihrem Server. Die Hilfedateien werden standardmäßig im virtuellen Verzeichnis IISHelp abgespeichert, das meist dem Windows-Unterverzeichnis Help/IIS entspricht. Halten Sie dort zum Beispiel nach der Datei iicacgia.htm Ausschau. (Sie können die Hilfe zum Server auch über Ihren Browser, http://localhost/iishelp, aufrufen.)

Falls Sie ActivePerl installiert haben, können Sie auch in der HTML-Dokumentation nachschlagen (C:/Perl-Verzeichnis/html/index.html).

PHP

Gehen Sie zu www.php.net und laden Sie dort (unter »Downloads«) die Binärdistribution von PHP4 herunter. Sie haben dort die Auswahl zwischen einem kleineren und einem größeren Paket. Das kleinere Paket kommt mit einem eigenen Installationsprogramm, das PHP automatisch installiert. Wenn Sie jedoch alle Zusatzbibliotheken haben möchten, müssen Sie das größere Paket herunterladen und PHP dafür von Hand installieren.

Entpacken Sie zunächst die ZIP-Datei in ein Verzeichnis, am besten c:\php. Sie benötigen dazu einen Entpacker wie beispielsweise WinZip, Shareware-Version erhältlich unter www.winzip.com.

Kopieren Sie nun die Datei php.ini-dist in Ihr Windows-Verzeichnis (beispielsweise c:\windows oder c:\winnt) und nennen Sie sie dort in php.ini um. Ändern Sie ggf. die Datei wie zuvor beschrieben (beispielsweise Anpassung von extension_dir auf c:\php\extensions).

Als nächstes kopieren Sie die Datei php4ts.dll in das Windows-Systemverzeichnis (also etwa c:\windows\system oder c:\winnt\system32).

Im letzten Schritt müssen Sie nur noch dem Webserver mitteilen, was er mit Dateien mit der Endung .php (oder .php4) anfangen soll. Beim Personal Web Server müssen Sie dazu die Registry bearbeiten. Da diese die zentralen Konfigurationseinstellungen für Ihr System beinhaltet, sollten Sie an dieser Stelle sehr exakt vorgehen!

Wählen Sie den Befehl Start/ Ausführen und geben Sie regedit ein. Wechseln Sie nun zum Registry-Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE/System/ControlSet/ Services/W3SVC/Parameters/ScriptMap und erstellen Sie einen neuen Schlüssel mit Namen .php (bzw. der von Ihnen präferierten Dateiendung) und dem Wert c:\php\php.exe (bzw. den entsprechenden Pfad zu Ihrer PHP-Installation).

Abbildung A.5:  Die Einstellungen in der Registry für die PHP-Unterstützung des PWS

Benutzer des Internet Information Server starten die Management Console (zumeist unter Start/ Programme/ Windows NT 4.0 Option Pack/ Microsoft Internet Information Server/ Internetdienst-Manager. Rufen Sie mit einem Klick auf die rechte Maustaste das Kontextmenü der Website aus und wählen dort den Eintrag Eigenschaften. Klicken Sie im Register Basisverzeichnis auf die Schaltfläche Konfiguration, und erstellen Sie mit Hinzufügen eine neue Zuordnung. Als Erweiterung geben Sie .php an (oder .php4 oder wie gewünscht), als Programm c:\php\php.exe.

Sie müssen nun den Webserver komplett neu starten. Unter Windows geht das - so traurig das hier klingen mag - am besten mit einem kompletten Neustart des Systems.

ASP

Die ASP-Unterstützung muss beim PWS/IIS nicht extra eingerichtet werden; der Webserver ist automatisch auf die Unterstützung von ASP-Seiten vorbereiten. Auch die entsprechenden Bibliotheken zur Unterstützung von VBScript und JScript sind installiert.

A.3 Der OmniHTTPd-Server

Der OmniHTTPd-Server ist ein absolut vollwertiger Webserver mit Unterstützung für Perl, SSI und PHP. Gegenüber dem PWS/IIS besticht er durch seine einfache Installation und Konfigurierbarkeit.

Bezugsquellen

Den OmniHttpd-Webserver von Omnicron kann man über die Website http:// www.omnicron.ab.ca beziehen.

Neben der Vollversion, die man käuflich erwerben kann, gibt es immer auch eine aktuelle kostenlose Version, die man für den privaten Gebrauch herunterladen kann. Diese besitzt zwar ein Verfallsdatum, kann aber vor dieser Frist durch eine neuere, kostenfreie Version ersetzt werden.

Abbildung A.6:  Website zum Herunterladen des OmniHTTPd-Webservers

Installation

Nachdem Sie die exe-Datei des OmniHTTPd-Webservers auf Ihre Festplatte heruntergeladen haben, brauchen Sie diese nur doppelt anzuklicken, um den Installationsvorgang zu starten. Folgen Sie den Anweisungen in den Dialogfeldern und richten Sie den Server so ein, dass er bei beim Booten automatisch geladen wird.

Läuft der Server, erscheint in der Windows-Taskleiste ein entsprechendes Symbol für den Server. Läuft der Server nicht, kann er über seine Programmgruppe (Aufruf über Start/ Programme) gestartet werden.

Sie können keine zwei Webserver gleichzeitig ausführen, wenn diese den gleichen Port (für Webseiten üblicherweise 80) überwachen. Wenn Sie also den OmniHTTPd-Server verwenden wollen, achten Sie darauf, dass Sie nicht bereits zuvor schon einmal den PWS oder IIS installiert haben und dieser ebenfalls automatisch beim Booten gestartet wird.

Server starten und konfigurieren

Server starten

Wenn der Server nicht bereits automatisch beim Booten des Betriebssystems gestartet wird, können Sie ihn jederzeit über die bei der Installation eingerichtete Omnicron- Programmgruppe manuell starten.

Konfiguration

Um den Webserver anzuhalten, weiter auszuführen oder zu schließen, brauchen Sie nur mit der rechten Maustaste auf das Symbol des Webservers in der Taskleiste zu klicken und den entsprechenden Befehl aufzurufen.

Zur Konfiguration des Webservers rufen Sie das Dialogfenster Configuration auf. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf der Symbol des Webservers in der Taskleiste und rufen Sie den Befehl Properties auf oder wählen Sie den Befehl OmniHTTPdAdministration in der Omnicron-Programmgruppe auf.

Standardmäßig wird der OmniHTTPd-Webserver bereits automatisch für die Verwendung von CGI mit Perl, SSI und PHP eingerichtet. Auf der Standardstartseite unter http://localhost/DEFAULT.HTM finden Sie Links zum Testen dieser Technologien sowie zur allgemeinen Konfiguration und zum Betrieb des Servers.

Abbildung A.7:  Online-Dokumentation zum Omnicron-Webserver

Dokumentenverzeichnis

Das Dokumentenverzeichnis des OmniHTTPd-Webservers ist das Unterverzeichnis htpDocs. Sofern Sie OmniHttpd also in das Verzeichnis C:/httpd installiert haben. lautet das Dokumentenverzeichnis C:/httpd/HtDocs.

Server Side Includes

Der OmniHTTPd-Webserver ist standardmäßig so eingerichtet, dass er Server Side Includes in Webseiten mit der Extension .shtml unterstützt.

Um eine andere Dateiextension festzulegen, rufen Sie über die Programmgruppe des OmniHTTPd-Webservers das Administrationsprogramm auf. Klicken Sie auf den Schalter Web Server Global Settings und wechseln Sie in dem erscheinenden Dialog zur Registerkarte MIME. Scrollen Sie in dem Listenfeld zu dem Eintrag:

wwwserver/html-ssi .shtml

Markieren Sie den Eintrag, geben Sie im Feld Actual eine andere Dateiextension ein und klicken Sie auf einen der Schalter zum Hinzufügen (Add) oder Ersetzen (Replace).

Um sicherzustellen, dass der Webserver die Dateien mit den Server Side Includes wie gewünscht auswertet, wechseln Sie zur Registerkarte Advanced und vergewissern Sie sich, dass die Option Process Server Side Includes (SSI) aktiviert ist.

CGI und Perl

Klicken Sie in der Windows-Taskleiste mit der rechten Maustaste auf das Symbol des OmniHTTPd-Servers und rufen Sie den Befehl Properties auf. In älteren Versionen wechseln Sie daraufhin zum Register »Advanced«, aktivieren dort die Option Enable Perl CGI Support, tragen im Eingabefeld Perl CGI Command Line den Pfad zu Ihrem Perl-Interpreter ein (beispielsweise C:\perl\bin\perl.exe) und starten danach den Server neu.

In der aktuellen Version (2.0.7) klicken Sie im Configuration-Dialog auf den Schalter Web Server Global Settings, wechseln zur Registerkarte External, markieren nacheinander die Einträge für .pl und .plx und passen jeweils den Pfad so an, dass er zu dem auf Ihrem Rechner installierten Perl-Interpreter führt.

PHP

Laden Sie die PHP-Executables für Windows wie im Abschnitt 2.2.5 beschrieben herunter. Die Variante mit dem automatischen Installationsprogramm unterstützt leider nicht OmniHTTPd, Sie müssen also das größere Archiv (mit allen Erweiterungsbibliotheken) wählen. Zunächst müssen Sie wieder die Datei php.ini-dist in Ihr Windows-Verzeichnis kopieren und in php.ini umbenennen sowie die Datei php4ts.dll ins Windows-System- Verzeichnis kopieren.

Klicken Sie nun mit der rechten Maustaste auf das OmniHTTPd-Icon in der Windows- Taskleiste und wählen Sie den Befehl Properties an. Unter Web Server Global Settings können Sie im Register External analog zur Perl-Installation die entsprechende Dateiendung (.php) mit dem entsprechenden Programm (c:\php\php.exe) assoziieren. Erstellen Sie zusätzlich noch einen weiteren Eintrag, und zwar mit dem Wert wwwserver/stdcgi unter virtual sowie .php unter actual.

ASP

Leider ist für OmniHTTPd keine ASP-Unterstützung vorgesehen, und uns ist auch kein Produkt bekannt, das OmniHTTPd um ASP-Fähigkeiten erweitert. Sie sind hier mit den Servern von Microsoft besser beraten.



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