vorheriges KapitelInhaltsverzeichnisStichwortverzeichnisFeedbacknächstes Kapitel


Vorwort

Für viele Autoren ist das Vorwort das schwierigste Kapitel bei einem neuen Buch. Für mich normalerweise nicht. So etwas geht mir recht locker von der Hand. Dieses Buch zu JavaScript ist jedoch beileibe nicht mein erstes Buch. Auch nicht mein erstes Buch zu JavaScript. So langsam ertappe ich mich bei dem Gedanken an den Prolog zu »JavaScript in 21 Tagen« dabei, bereits in anderen Büchern verwendete Elemente wiederholen zu wollen. Nicht schön. Auch dem Vorwort gehört Sorgfalt gewidmet. Immerhin soll es ja Sie - den/die potentielle(n) Leser/in - überzeugen (was natürlich im Interesse des Autors ist - es gilt eine Familie zu ernähren): im Wesentlichen von dem Thema, der Art der Behandlung und nicht zuletzt dem Stil des Autors. Die exakten fachlichen Details kann man eher dem Cover oder dem Inhaltsverzeichnis entnehmen. Also frisch ans Werk und eine individuelle Präambel geschaffen.

Frisch ist zugleich die Überleitung zu der Situation, wann und warum das Vorwort so entsteht, wie es entsteht. Ich sitze samt Andrea und meinen Zwillingen auf einer dänischen Insel, habe mir eigentlich Urlaub genommen, aber das Wetter ist einfach gerade zu frisch, um im Meer zu baden. Da das Notebook vorsorglich im Wohnmobil einen Platz gefunden hatte, kann die Zeit aber gut genutzt werden. Sand, Sonne, Wind und halt ein Vorwort zu einem JavaScript-Buch. Warum denn nicht? Andere Autoren erstellen ein Vorwort unter Zeitdruck kurz vor Abgabetermin.

Frisch ist obendrein eine recht interessante Charakterisierung von JavaScript. Frisch, spannend, leistungsfähig. Diese geniale Scriptsprache hat ziemlich frischen Wind in das Internet gebracht, frischt eingeschlafene Webseiten auf und erlaubt erfrischende Aktionen rund um Browser, WWW und die übrigen am gesamten Prozess beteiligten Rechner und Programme.

Zeitgleich zu der Erstellung dieses Buchs lief eine mehrmonatige umfangreiche Schulungsmaßnahme, in deren Rahmen die Teilnehmer zu Internet Publishern ausgebildet wurden. Mein Part als Dozent dabei bestand aus den Themen Internet-Grundlagen, HTML, Style Sheets und JavaScript - verteilt in mehrere Blöcke in dieser Reihenfolge. Insbesondere bei HTML und Style Sheets häuften sich die Fragen von Teilnehmern, ob man dieses oder jenes im Rahmen einer Webseite machen könne. Manche der Fragen ließen sich mit der gerade aktuellen oder einer davor besprochenen Technik behandeln, aber zunehmend lautete die Antwort: Dazu kommen wir bei JavaScript. Noch bevor das Thema JavaScript überhaupt erreicht wurde, verfestigte sich bei den Teilnehmern der Eindruck, dass JavaScript die Lösung für fast jedes tiefergehende Problem in einer Webseite beinhaltet. Ob Abfrage des Browser-Typs oder der Browser-Version, ob Animationen mit Style Sheets, ob Kontrolle von Anwendereingaben in Formularen oder der individuelle Aufbau von Webseiten. Ich musste auf eine neue Frage nur noch eine längere Pause folgen lassen - die Reaktion war Gelächter und die kollektive Antwort des Auditoriums: »Dazu kommen wir bei JavaScript«.

JavaScript ist sicher nicht die Lösung für jedes Problem im Web, aber es bietet so viele interessante Möglichkeiten, dass eine Beschäftigung damit äußert nützlich und vor allem spannend und interessant ist.

An wen sich dieses Buch richtet und wie man es verwendet

Zielgruppe für das Buch sind all diejenigen, die sich in den Kopf gesetzt haben, JavaScript von Grund auf zu lernen. Was für Voraussetzungen sollte ein(e) Leser(in) aus dieser Zielgruppe mitbringen? Sie oder er sollte

Das Buch ist jedoch so aufgebaut, dass keinerlei Programmiervorkenntnisse vorausgesetzt werden, nicht einmal HTML. Von den Grundlagen der Programmierung sollen Sie in 21 Tageslektionen bis zu anspruchsvollen JavaScript-Themen geführt werden. Die Themen bauen so aufeinander auf, dass sich das Durcharbeiten der einzelnen Lektionen in der angegebenen Reihenfolge empfiehlt. Immer am Beginn eines Sieben-Tage- Abschnitts erfolgt eine knappe Vorschau auf das vor Ihnen liegende Material. Am Ende der Woche werden die erreichten Ziele zusammengefasst.

Wenn Sie sich sodann die Frage stellen, ob Sie in 21 Tagen wirklich programmieren lernen können, lautet die Antwort ja. Da verspricht der Titel wirklich nicht zu viel1.

Können Sie auch in 21 Tagen mit JavaScript programmieren lernen? Antwort - ja. Wahrscheinlich viel besser und leichter als mit den meisten anderen Programmiersprachen, denn JavaScript ist von weit einfacherer Struktur als Sprachen wie C/C++, Java oder Delphi. JavaScript bietet zudem durch die einfache Integration in Webseiten bereits schnelle Anfangserfolge. Sie brauchen auch keine besonderen Programme zur Erstellung von JavaScripten zu lernen. Sie sollten nur einen einfachen Texteditor beherrschen und HTML-Dateien in einen Browser laden können (und auch das wird im Rahmen dieses Buchs behandelt).

Stellen wir noch eine dritte Frage: Werden Sie in 21 Tagen mit Hilfe dieses Buchs zum/r professionellen Programmierer/in? Antwort - vielleicht, aber wahrscheinlich nicht. In diesem Punkt muss man realistisch bleiben. Sie werden danach in JavaScript programmieren können, sogar eindrucksvolle Dinge wie Animationen oder Zugriffe auf Java-Elemente. Um jedoch wirklich professionell arbeiten zu können, benötigt man Erfahrung und ein gewisses Talent. Talent insofern, als manche Menschen einfach nicht für die Programmierung geschaffen sind. Meist haben diese aber auch kein Interesse daran (und werden dieses Vorwort nie lesen). Erfahrung hingegen kann man mit der Zeit erwerben. Und die müssen Sie sich auch nach der Durcharbeit des Buchs noch geben. Viel Programmieren, aber auch Fehler machen, Fehler finden und beseitigen und so die Erfahrung aufbauen, ein guter Programmierer oder eine gute Programmiererin zu werden. Das Buch verschafft Ihnen das Rüstzeug, die Werkzeuge dazu. Vielleicht beschreibt ein Vergleich die Situation ganz gut: Auch Goethe hatte nur das Rüstzeug wie alle anderen Deutschen seiner Zeit - das Alphabet und die deutsche Sprache. Gelernt hat er dies wohl wie seine Mitmenschen in der Schule (das soll in dem Beispiel der Aufgabe dieses Buchs entsprechen). Dennoch hat er sein so vermitteltes Rüstzeug professioneller eingesetzt als die meisten seiner Zeitgenossen. Goethe hatte das Talent zum Schreiben und mit der Zeit die Erfahrung, Worte und Buchstaben so einzusetzen, dass etwas Positives aus deren Aneinanderreihung entstand. Programmierung hat dazu einige Ähnlichkeiten (obgleich ich nicht so vermessen sein möchte, JavaScript-Programmierung mit den Werken von Goethe gleichzusetzen).

Was dieses Buch enthält

Was steht Ihnen in den nächsten 21 Tagen bevor (oder der entsprechenden Zeit in Ihrem persönlichen Rhythmus), wenn Sie sich auf den Kurs einlassen? Grundsätzlich werden wie gesagt erst einmal keinerlei Programmiervorkenntnisse vorausgesetzt. Das Buch soll Sie über eine fundamentale Erklärung von Programmiertechniken und -begriffen an Programmierung heranführen. Wir werden uns dabei selbstredend besonders intensiv um die Umgebung von JavaScript kümmern. Also das Internet und das WWW sowie wie Scripte in Webseiten verankert werden, Browser, Protokolle und den Client-Server-Mechanismus. Natürlich wird geklärt, was JavaScript ist und wie es im Vergleich zu anderen Techniken wie HTML, VBScript oder Java zu sehen ist. Diese werden teilweise sogar genauer behandelt, wenn es für die Arbeit mit JavaScript sinnvoll ist. Auch das Schlagwort Objektorientierte Programmierung mit seinen Ausprägungen wird wesentlich behandelt. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist das so genannte Eventhandling, also die Reaktion auf Anwenderereignisse im Rahmen einer Webseite.

Einige wichtige Hinweise vor dem Beginn

Folgende Punkte sollten Sie generell im Buch beachten:

Was Sie vor einem Start haben sollten

JavaScript ohne einen Computer zu lernen gleicht dem Versuch, sich Schwimmen an Hand eines Buchs beizubringen und auf die konkreten Schwimmübungen im Wasser zu verzichten. Sie sollten auf jeden Fall einen Computer zum Üben parat haben. Welchen Typs ist nicht so wichtig, denn JavaScript ist nicht an einen bestimmten Computertyp gebunden. Ob Sie nun einen PC verwenden, einen Mac oder gar einen alten Großrechner, den Sie zufällig noch auf dem Speicher haben3 - im Prinzip ist es egal. Auch die Leistungsfähigkeit des Rechners und der restlichen Hardware spielt - weder bei JavaScript, noch im Internet allgemein (entgegen vielen Behauptungen in der Werbung) - keine primäre Rolle4. Sie sollten nur über ein passendes Betriebssystem verfügen und die nachfolgend noch angeführten Programme verwenden können. Ideale Kandidaten an Betriebssystemen sind natürlich Linux und alle Unix-Derivate, Mac-OS oder BeOS. Haben Sie nicht? Egal, auch Windows-Anwender (und das werden die meisten Leser sein) sind mit von der Partie. Nicht nur das - Windows wird - wegen seiner Verbreitung und umfangreichen Ergänzung mit darunter laufenden Internet-Programmen5 - unser Referenz-Betriebsystem. Windows 95/98 und NT/2000 sind uneingeschränkt sinnvoll, aber sogar Windows 3.x kann mit einigen Einschränkungen noch verwendet werden (obwohl neuere Dinge damit nicht mehr funktionieren). Viel entscheidender als der verwendete Rechner oder das zugrunde liegende Betriebssystem sind die konkret das Internet betreffenden Voraussetzungen.

Da JavaScript ein Internet-Thema ist, sollten Sie einen Internet-Zugang haben und auch schon etwas Übung damit. Sie sollten also in der Lage sein, das Internet (zumindest das World Wide Web) zu verwenden. Insbesondere sollte Ihnen ein relativ aktueller Browser zur Verfügung stehen und Sie sollten ihn einigermaßen bedienen können. Oder lassen Sie uns das noch schärfer formulieren - für eine sinnvolle Programmierung in JavaScript (beziehungsweise jeder anderen Web-Technologie inklusive der Seitenbeschreibung durch HTML) sollten Sie verschiedene Browser zum Testen der Resultate zur Verfügung haben. Wir werden diesem Aspekt im Rahmen des Buchs große Aufmerksamkeit widmen und Quellen angeben, von wo Sie gegebenenfalls Browser beziehen können. Unsere Referenz- Browser werden hauptsächlich der Internet Explorer 5.0, der Netscape Navigator 4.7 und Opera 3.6 sein.

Was Sie abschließend noch benötigen, ist ein Programm, mit dem Sie HTML-Seiten und JavaScripte schreiben können. Dazu langt freilich jeder Texteditor, wie er in fast jedem Betriebssystem mitgeliefert wird. Selbst Notepad, ein extrem einfacher Editor aus dem Zubehör von Windows, reicht aus. Das Speichern und Öffnen von Dokumenten mit einem Editor sollte Ihnen halbwegs vertraut sein, aber auch das werden wir an Hand von einem Windows-Editor behandeln.

So, jetzt können Sie frisch ;-) ans Werk gehen und mit dem Erlernen von JavaScript beginnen.

Ralph Steyer

www.webscripting.de



vorheriges KapitelInhaltsverzeichnisStichwortverzeichnisFeedbackKapitelanfangnächstes Kapitel


12345

© Markt+Technik Verlag, ein Imprint der Pearson Education Deutschland GmbH